Open Science beginnt heute

Open Science? Sollte anders sein als bisherige Wissenschaft: Zugänglicher, transparenter und fairer.

Eine Unkonferenz oder offene Tagung (ein sogenanntes Barcamp), durchgeführt heute bei Wikimedia Deutschland am Berliner Landwehrkanal, passt also sehr gut zum Thema.

Was dabei an Gesprächsstoff ansteht, sieht dann etwa so aus:

Es geht um Open Science Tools, Altmetrics, «How to teach Open Science to the young students» oder Reproduzierbarkeit, auch bekannt unter dem Oberbegriff Open Research Data. Diskutiert wird aber auch über Sci-Hub bzw. Lib-Gen und Overlay Journals und Open Educational Resources (der Schwerpunkt der diesjährigen Open Science Tagung, welche morgen beginnt).
Natürlich tut an einer ad-hoc strukturierten Tagung da und dort mal der Beamer nicht, wie er soll, aber Flipchart tut’s ja auch. Denn ganz am Ende geht’s ja nicht um die Technik, auch bei Open Science nicht, welche zwar erst durch die technischen Errungenschaften der letzten 10 oder 20 Jahre möglich geworden ist: Erkenntnisgewinn ist und bleibt das Ziel auch bei dieser neuen Form von Wissenschaft.

Und eine weitere schöne Eigenschaft dieses Barcamps: Der rege Austausch zwischen den Beteiligten (die meisten Wissenschafter/innen, als Bibliothekar/innen, als Forscher/innen oder was auch immer) fliesst gleich live in Etherpad ein.
Auch klar, dass alles um Open Science noch im Fluss ist und dies auch in den Diskussionen im Barcamp zu Tage tritt. Schliesslich wird das Thema «Open Science» zwar immer wieder in wissenschaftspolitischen Diskussionen angeschnitten, erwähnt oder gar beschwört. Aber wer kann heute schon behaupten, eine schlüssige Antwort zu liefern auf die Frage: Was ist «Open Science»?
Also alles nur heisse Luft? Nein, das ist klar: Die Digitalisierung wird auch die entferntesten Wissenschaftsbereiche früher oder später durchdringen. Schon heute lesen die Studierenden meist nur noch, was online verfügbar ist (Sci-Hub lässt grüssen…). Und Text & Data Mining wird so einiges auf den Kopf stellen, so meine Vermutung.

Und schliesslich war am heutigen Barcamp auch Open Science Radio anwesend, wer also mal reinhören will: www.openscienceradio.de

Deshalb: Open Science beginnt heute!
(Und morgen die Konferenz dazu, mehr unter www.open-science-conference.eu).

Ruedi Lindegger Twitter

Interna: Eingabefrist 31. März 2017

Falls Sie an der Universität St. Gallen forschen: Denken Sie daran, Ihre Publikationen aus dem Jahr 2016 bis spätestens am 31. März 2017 in der Forschungsplattform Alexandria einzutragen. Für die offiziellen Auswertungen ist dies das Stichdatum.

Natürlich können Sie auch danach Publikationen aus 2016 (oder früheren Jahren) weiterhin einstellen. Diese fliessen dann jedoch nicht mehr in die verschiedenen Statistiken mit ein (für den Jahresbericht, den Kanton St. Gallen usw.)

Besten Dank für Ihre Mitarbeit!

Source: http://www.compoundchem.com/2016/03/31/bunsenburner/; Andy Brunning, CC-BY-NC-ND

Ruedi Lindegger Twitter

Altmetrics auf einen Blick – der Plum Print in Alexandria

Wenn Sie in den letzten Wochen einmal die Publikationen in Alexandria betrachtet haben, ist sie Ihnen vielleicht aufgefallen: die violett-bunte „Blume“ unter dem Titel „PlumX“ (siehe rechts). Dahinter versteckt sich das so genannte Plum Print – eine übersichtliche Darstellung der durch eine Publikation erzielten Altmetrics. Doch was sagen uns die hier gezeigten Farben und Daten eigentlich?

Altmetrics sind alternative Metriken wissenschaftlichen Impacts. Traditionell wird dieser Impact durch die Anzahl der Zitate einer Publikation gemessen. Wenn also Publikationen die Währung des wissenschaftlichen Betriebs sind, dann sind Zitate so etwas wie die Anzahl Geldscheine. Ein „Impact Factor“ berechnet dann beispielsweise die Zitationen einer Zeitschrift, ein „h-index“ diejenigen eines Forschers.

Immer wieder wird aber auch Kritik an traditionellen bibliometrischen Impact-Massen laut. Ein häufig gehörter Kritikpunkt: Zitationsanalysen sind relativ langsam, es dauert eine Weile bis eine Publikation in einer anderen zitiert wurde. Ausserdem konzentrieren sich die bibliometrischen Analysen stark auf Journal-Zitationen.

Alternative Metriken: Schneller & vielfältiger

Seit einigen Jahren untersuchen darum diverse Initiativen „alternative Metriken“ des wissenschaftlichen Impacts. Altmetrics stellen dabei einen Versuch dar, bewährte bibliometrische Metriken zu ergänzen und damit ein umfassenderes Bild wissenschaftlichen Einflusses zu erzielen. Altmetrics umfassen insbesondere die Zitation oder Erwähnung einer Publikation in elektronischen Datenbanken und diversen digitalen Medien – Tweets, Blog-Beiträge, Wikipedia-Einträge, Facebook Erwähnungen, Mendeley Bookmarks etc.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass gewisse Altmetrics, wie z.B. Mendeley Bookmarks oder Tweets, substantielle Korrelationen mit späteren Zitationen aufweisen. Altmetrics sind also etwas schneller als traditionelle Zitationsmasse. Zudem erlauben Altmetrics die Messung des Einflusses eines Artikels auch jenseits der wissenschaftlichen Community, zum Beispiel mittels Zitaten in Syllabi und Politikdokumenten.

Einige Anbieter spezialisieren sich auf die Sammlung und Darstellung von Altmetrics: Impactstory, Altmetric und Plum Analytics. Passend zur neuen HSG-Markenbotschaft „from insight to impact“ wurde mit dem Plum Print nun ein Altmetrics-Aggregator in Alexandria integriert. Die erwähnte violette Blume bietet Ihnen also auf einen Blick eine Übersicht über die alternativen Metriken einer Publikation – und damit einen ersten Eindruck von der Wahrnehmung einer Publikation in der Scientific Community und darüber hinaus.

Der Plum Print unterscheidet (auch farblich) fünf verschiedene Arten von Altmetrics: Usage (Clicks, Downloads, Views,…), Captures (Bookmarks, Favorites,…), Mentions (Blogs Posts, Kommentare, Wikipedia Links,…), Social Media (Likes, Shares, Tweets,…) und Citations (v.a. auf Plattformen wie Scopus, CrossRef etc.). Damit diese Metriken gefunden werden können, müssen Publikationen identifizierbar sein – besonders einfach geht das über eine DOI-Nummer (Digital Object Identifier) oder eine ISBN. Beide sollten jeweils mit der Publikation auf Alexandria eingetragen werden.

Durch einen Klick auf ein Plum Print werden übrigens zahlreiche vertiefende Informationen sichtbar, etwa auf welcher Plattform Ihre Publikation betrachtet oder heruntergeladen wurde oder wer Ihre Publikation auf Twitter erwähnt hat. So lässt sich verfolgen, wie und wo eine Publikation Impact erzeugt.

Wir hoffen, dass die Daten der Plum Prints für Sie von Interesse sind und den Nutzen von Alexandria weiter erhöhen. Natürlich interessieren wir uns dabei auch für Ihre Einschätzung und Erfahrung – kontaktieren Sie uns gerne mit Fragen und Anmerkungen.

Christian Pieter Hoffmann, MCM

Weitere Informationen zu Altmetrics:
http://www.sciencemag.org/careers/features/2017/02/new-tools-measuring-academic-performance

SWITCHengines – Cloud speziell für Schweizer Unis

SWITCHengines – das bedeutet skalierbare Rechenleistung auf Abruf – mit Datenhaltung und Support in der Schweiz. Im Projekt SCALE-UP von swissuniversities wird SWITCHengines weiterentwickelt – zusammen mit 8 Hochschulpartnern. Folgende Veranstaltung richtet sich an die Forschenden der HSG, welche diese Dienstleistung näher kennenlernen möchten:

The presentations will be held in English, discussion in German Speaker
SWITCH and SWITCHengines @a glance (20′) Konrad Jaggi, SCALE-UP Outreach, SWITCH

Jens-Christian Fischer
Product Owner of SWITCHengines, SWITCH

Doing research with SWITCHengines (10′) Prof. Ph. D. Anthony Strittmatter
Schweizerisches Institut für empirische Wirtschaftsforschung, Universität St. Gallen
SCALE-UP Project (10′) Patrik Schnellmann
Cloud Project Manager, SWITCH
Big Data ZHAW DISCO (15′) Dr. Piyush Harsh
School of Engineering,
ZHAW Winterthur ICClab
How we use SWITCHengines @ Uni SG (5′) Christian Lazur
IT-Service Manager Academia & Prorektorat Forschung, Universität St. Gallen
Q&A / Diskussion

mögliche Termine (Anzahl Anmeldungen entscheiden über Termin)

Dienstag, 7. März, 15 Uhr
Donnerstag, 9. März, 10.15 Uhr

Anmeldung möglich bis 24. Februar über http://doodle.com/poll/rzq58bt6t38p9qct

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Alternative Zugänge zu wissenschaftlichen Artikeln

Falls Sie mal keinen Zugriff auf den gesamten Artikel haben sollten, können Sie versuchen, sich über alternative Wege den Volltext des Artikels zu beschaffen. Der Neurobiologe Björn Brembs hat dazu 10 Tipps zusammengestellt:
http://bjoern.brembs.net/2016/12/so-your-institute-went-cold-turkey-on-publisher-x-what-now/

Unter anderem wird auf zwei DOI-Suchdienste verwiesen, die nach Open Access abgelegten Volltexten eines Artikels suchen: doai.io und oadoi.org

Kann ja sein, dass Ihre Bibliothek ein Journal aus Kostengründen mal abbestellen muss…

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ORCID-Integration in die Forschungsplattform

Im Dezember starten wir mit der Entwicklung für die ORCID-Integration in die Forschungsplattform Alexandria. ORCID ist eine eindeutige Identifikation (ID) für Forschende. Alle interessierten Forscherinnen und Forscher können sich kostenlos auf ORCID registrieren. ORCID ist eine Non-Profit-Organisation und wird von grossen Wissenschaftsförderorganisationen und Verlagen, aber auch von Universitäten und Forschungseinrichtungen getragen.

Die Integration in Alexandria wird neue Möglichkeiten eröffnen: So können Forschende mit ihrer ORCID Publikationen vom ORCID-Service importieren. Oder aber aus Alexandria auf der ORCID-Plattform hinterlegen.
Voraussichtlich im ersten Quartal wird die Neuerung auf der Forschungsplattform aufgeschaltet.
Link: https://orcid.org

OR

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Neue Funktionen: Zitation, Export, alternative Metriken, Newsletter

Das heute veröffentlichte Update der Forschungsplattform enthält neue Funktionen und einige Fehlerkorrekturen:

Zitation & Export

Auf der Detailseite eines Publikationseintrages erscheint in einem etwas veränderten Layout nun die Zitation der Publikation. Diese kann per copy&paste weiterverwendet werden. Zudem lässt sich die Zitation auch exportieren, bei Bedarf in verschiedenen Formaten.
Die vollständige Zitation wird nun auch in den Listen angezeigt, so dass bereits dort z.B. auch die Zeitschrift, in welcher ein Artikel erschienen ist, ersichtlich wird (der Export einer ganzen Liste im angezeigten Zitationsformat ist ebenfalls neu direkt möglich).

Neues Layout & Funktionen

Alternative Metriken

Gleich unterhalb der Zitation werden in der Detailansicht neu Angaben zu der Nutzung dieses Eintrages angezeigt. Diese Angaben stammen entweder von EBSCO (der Metasuche der Universitätsbibliothek) oder aus diversen sozialen Medien. Eine Voraussetzung dafür ist, dass eine DOI bei der Publikation eingetragen wurde. Wer mehr Informationen erhalten möchte, klickt auf „see Details“.

Altmetrics PlumX - details

Fehlerkorrekturen

Neben diversen kleineren Korrekturen werden neu auch wieder die Herausgeberwerke in der eigenen Publikationsliste angezeigt. Leider werden nun aber alle Publikationen in der Webliste angezeigt, bei denen man als Forscher/in als Herausgeber aufgeführt wurde, also auch Kapitel eines herausgegebenen Buches. Wir sind noch am Abklären, wie dieses Problem gelöst werden kann. In der PDF-Publikationsliste, welche über die Profilseite einer Forscherin oder eines Forschers abrufbar ist, werden jedoch keine solchen Kapitel ausgegeben.

Newsletter

Neu werden im monatlichen Newsletter auch die Zusammenfassungen der neuesten Publikationen aufgeführt (sofern diese eingetragen sind). Leider führte diese Änderung anfangs September dazu, dass die externe Newsletter-Software fälschlicherweise nochmals den März-Newsletter verschickt hat, weil die Software die Einträge nicht aktualisieren konnte. Inzwischen ist dort der Fehler behoben worden.

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Weshalb nicht ResearchGate (oder Academia.edu oder…)?

Auch wenn Plattformen wie ResearchGate viele hilfreiche Dienste für Forschende anbieten, gibt es gute Gründe, weshalb alle Schweizer Universitäten ein eigenes Repository betreiben:

  • Die Daten, die Sie als Forschende in ResearchGate oder einer vergleichbaren Plattform eingeben, gehören nicht Ihnen, sie gehören nicht der Universität St. Gallen, sie gehören ResearchGate. Es gibt keine Möglichkeit, diese Daten zu exportieren oder anderweitig für sich zu nutzen.
  • Unsicher: Eine zuverlässige Archivierung übernimmt kein privater Anbieter (Researchgate, Academia.edu). So wie diese Dienste boomen, können sie auch schnell wieder verschwinden oder aufgekauft werden (siehe LinkedIn, welches von Microsoft gekauft wurde).
  • Unsicherheit Nr. 2: die Rechte-Situation auf diesen Plattformen ist unklar, erste Verlage haben bereits Benutzer dazu gezwungen, die hinterlegten (Verlags-)PDFs zu entfernen.
  • Rechte: Verlage erlauben die Hinterlegung der «post print»-Version einer Publikation (textgleich mit gedruckter Version) NUR auf Universitätsservern oder auf privaten Homepages, falls überhaupt.
  • Unter anderem deshalb fordert auch der Schweizer Nationalfonds SNF eine Hinterlegung von geförderten Publikationen auf institutionellen Repositories oder privaten Homepages:
    «Green Road of Open Access (OA): researchers funded by the SNSF are obligated to, at least, self-archive their work in an institutional or specialist repository or on their personal website in addition to having it published in a journal (provided that there are no unsurmountable legal or technical obstacles).» [Quelle: SNF]
  • Auch die HSG fordert von ihren Forschenden, dass sie ihre Publikationen im Repository der Universität St. Gallen, der Forschungsplattform Alexandria, hinterlegen (siehe Open Access Reglement).

So selbstverständlich eine Bibliothek zu einer Universität gehört, so selbstverständlich gehört inzwischen auch ein Repository dazu. Bitte helfen Sie als Forschende an der HSG mit, die Forschungsleistung unserer Universität für alle zugänglich und möglichst im Open Access auf der Forschungsplattform Alexandria darzustellen.

Studierende, andere Forscher/innen und die Öffentlichkeit sind Ihnen dafür dankbar!

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